Die wichtigsten Kommandos im Alltag

Welche Grundkommandos für uns wichtig sind

Das Leben mit Hund erfordert nicht nur Konsequenz und Regeln, sondern auch Kommandos, die für den Alltag absolut notwendig sind. Jeder Hund sollte meiner Meinung nach bestimmte Kommandos beherrschen, um somit das Leben für Hund und Mensch zu erleichtern.
Bestimmte Kommandos gehören für mich einfach zum Grundbaustein der Hundeerziehung und sollten bei jedem Hund fest sitzen.
Welche Kommandos ich meine, und wieso diese so wichtig sind, erkläre ich in diesem Beitrag.
Grundsätzlich gilt aber, dass man Gehorsamkeit und Kommandos nie früh genug üben kann. Zieht also ein Hund ein, sollte so früh wie nur möglich mit dem Training begonnen werden. Hierbei ist zu beachten, das Training zuerst in einer gewohnten Umgebung ohne viel Ablenkung aufzubauen, Wenn das Kommando einigermaßen sitzt, kann dieses aufgebaut werden und in den Alltag unter Ablenkung etc. gefestigt werden. Auch einem alten Hund, können Kommandos beigebracht werden, wenn dies in der Welpen Zeit untergegangen ist!

1) Sitzen

„Sitz“! ist meiner Meinung nach das Kommando, welches am häufigsten im Alltag gebraucht wird. Egal ob vor einem Leckerlie, vor der Fütterung, an Kreuzungen oder Ampeln, beim Spazieren gehen oder bei Hundebegegnungen etc. ist das Kommando „Sitz“ unabdingbar!
Sitz, war das erste, was ich mit Ayko im Alter von 8 Wochen geübt habe. Ich habe immer versucht ihm das ganze spielerisch beizubringen, jedoch habe ich auch versucht, dass er keine Erwartungshaltung annimmt und für jedes „Sitz“ ein Leckerchen erwartet. Mir war wichtig, dass Ayko sich auch hinsetzt, ohne dafür ständig belohnt zu werden!
Es gibt natürlich viele Arten und Weisen, dieses Kommando aufzubauen, wir haben uns damals jedoch für die Variante entschieden, dass ich mich ziemlich nah vor Ayko gestellt habe und entweder ein Leckerchen oder eins seiner Spielzeuge in der Hand hatte und dieses über ihn gehalten habe. Dabei habe ich dann immer wieder das Wort sitz gesagt und ihm dabei den Zeigefinger gezeigt. Sobald er sich dann hingesetzt hat, gabs entweder das Leckerchen oder das geliebte Spielzeug und ein Lob. Das Ganze haben wir jeden Tag ca. 5min geübt um alles zu festigen. Viele fragen sich jetzt warum denn nur 5min?! Ganz einfach- um den Hund nicht zu überfordern! 5min am Tag reichen vollkommen aus- wichtig ist nur die Konsequenz und Regelmäßigkeit.

2) Platz

„Platz“ ist für mich neben „Sitz“ das Kommando welches am zweithäufigsten im Alltag vorkommt. Eine sichere Ablage ist für mich im Alltag genauso wichtig, wie das Kommando „Sitz“.
Das Kommando „Platz“ baut auf dem Kommando „Sitz“ auf und sollte daher direkt nach dem Kommando „Sitz“ eingeführt werden. Voraussetzung hierfür ist natürlich, das „Sitz“ ohne Probleme funktioniert.
Um dem Hund „Platz“ beizubringen, lässt man ihn zuerst sitzen, danach führt man den Hund quasi mit der Hand ins „Platz“. Dazu nimmt man ein Leckerlie in die Hand und führt dieses langsam von der Nase des Hundes nach vorne Weg auf den Boden. Der Hund folgt der Hand und legt sich somit hin. Sobald er liegt, bekommt er natürlich wieder eine Belohnung. Unser Handzeichen dafür ist eine flache, ausgestreckte Hand.

3) Bleib

Das Kommando „Bleib“ ist für mich auch ein sehr wichtiges Kommando. Es gibt immer wieder Situationen im Alltag, in denen der Hund an einem bestimmten Punkt stehen oder sitzen bleiben soll. So zum Beispiel im Freilauf. Ist Ayko im Freilauf, weis er ganz genau, dass er nicht allzu weit vorlaufen darf und mittels einem kurzen Blickkontakt, sichert er sich auch immer wieder ab. Nehme ich Menschen, andere Hunde oder evtl. Gefahren wahr, rufe ich Ayko natürlich immer zu mir. Doch manchmal geht alles so schnell und on hinten nähert sich z.B. ein Fahrrad, welches nicht auf sich aufmerksam macht. In solchen Situationen ist das Kommando „Bleib“ enorm wichtig, um den Hund aber auch andere Menschen zu schützen. Ayko weiß genau, dass er beim Kommando „Bleib“ da stehen bleiben muss, wo er sich gerade aufhält.
„Bleib“ habe ich direkt nach „Sitz & Platz“ trainiert. Ich habe es so aufgebaut, dass ich ihn entweder ins „Sitz oder Platz“ gebracht habe und dann laut und deutlich das Wort „Bleib“ gerufen habe. Dabei hatte ich immer ein Leckerchen in der Hand und haben mich ein bis zwei Schritte rückwärts bewegt. Ist er liegen geblieben, wurde er sofort mit einem Leckerchen oder seinem Spielzeug belohnt. So habe ich das Kommando zunächst gefestigt. Hat es gesessen, habe ich mich weiter entfernt, bin um ihn herum gelaufen, habe mich mal hingesetzt, bin kurz gerannt oder ähnliches.

4) Fuß laufen

Gerade beim an der Leine laufen, sind manche Hunde wirkliche Leinen- Rambos. So auch Ayko. Ständiges ziehen und in die Leine springen, waren und sind bei uns manchmal noch immer normal. Deswegen ist das Kommando „Fuß“ für mich besonders wichtig. Ayko ist bei uns zu 99% im Freilauf, aber es gibt auch Situationen, in denen er an der Leine laufen muss. Und da ist es mir besonders wichtig, das dieses entspannt abläuft und ich hinterher keinen Muskelkater im Arm habe! Aber auch im Freilauf, ist „Fuß“ für mich enorm wichtig. Gerade bei anderen Menschen die uns entgegen kommen, möchte ich, dass Ayko bei mir im „Fuß“ läuft, um den anderen Menschen zu signalisieren- alles ist gut ihr braucht keine Angst haben. Denn es gibt ganz viele Menschen, die es nicht mögen an einem frei laufendem Hund vorbei zu gehen und Angst zeigen. Und genau diese Angst ist für den Hund wahnsinnig interessant und sie würden am liebsten zu der Person hinlaufen. Um dies zu vermeiden, habe ich Ako von Anfang an beigebracht, auf meiner rechten Seite im Fuß zu laufen (ich führe mich rechts auch die Leine).
Das Kommando „Fuß“ habe ich zuerst an der Leine und danach dann im Freilauf aufgebaut. Ich habe zuerst Aykos Lieblings Leckerchen in der rechten Hand gehalten und meine Hand über ihn gehalten. Dabei bin ich langsam gerade aus gelaufen und immer wenn er mich angeschaut und langsam neben mir gelaufen ist, habe ich ihn belohnt. Hat er zu weit nach vorne gezogen, bin ich abrupt stehen geblieben und habe gewartet bis er sich hingesetzt hat. Dann bin ich ein Stück zurück gelaufen und habe es von vorne geübt. Wenn dies an der Leine funktioniert hat, habe ich das selbe im Freilauf geübt.

5) Hier

„Hier“ ist für mich gerade im Freilauf das wichtigste Kommando von allen! Der Rückruf sollte bei jedem Hund von allen Kommandos am besten funktionieren, denn gerade bei Gefahren kann dieses Kommando Leben retten. (Leider ist dieses Kommando bei uns eine Dauerbaustelle weil Ayko ein riesiger Dickschädel ist, da bin ich ehrlich)!
„Hier“ ist ein Wort, welches sehr gut in die Länge gezogen werden kann und das Kommando sieht bei uns eigentlich eher so aus: „Hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiier“! Wenn ich „Hier“ rufe, weiß Ayko eigentlich, dass er sofort zu mir kommen muss. In 99% der Fälle funktioniert dies auch, doch gerade bei nicht vorhersehbaren Hundebegegnungen, oder Im Spiel mit anderen Hunden hat Ayko da meistens seinen eigenen Kopf- typisch Bulldogge halt.
Ich habe den Rückruf so aufgebaut, dass ich mit einer Tube Hundeleberwurst mit Ayko vor die Tür gegangen bin und ihn im Freilauf habe schnüffeln lassen. Dann habe ich laut „Hiiiiiiiiiiier“ gerufen und bei Blickkontakt habe ich die Leberwurst auf seine Augenhöhe gehalten. Sobald er einen Schritt in meine Richtung gemacht hat, habe ich lautstark angefangen ihn zu loben und ihn dann ausgiebig mit der Leberwurst belohnt. Den Rückruf kann man meiner Meinung nach nie genug üben und somit ist er täglicher Bestanteil unserer Spaziergänge.

6) Nein

Ein einfaches „Nein“ kann im Alltag so einiges erleichtern. Gerade im Welpen Alter haben Hunde manchmal viel Unsinn im Kopf. Um ein unerwünschtes Verhalten zu unterbrechen, haben wir dafür das Kommando „Nein“ eingeführt.
Auch hier gibt es sicherlich viele Möglichkeiten, das Kommando aufzubauen.
Da Ayko im Welpen Alter unbedingt immer auf die Couch wollte (wir aber nicht – mittlerweile ist es anders) haben wir uns sein ständiges hochspringen zu nutze gemacht und so das Kommando „Nein“ trainiert. Immer wenn er mit den Vorderpfoten an die Couch gesprungen ist, habe ich ihn sanft zurück „geschuppst“ und laut „Nein“ gerufen. Nach gefühlt 1000000 Wiederholungen hat er es irgendwann verstanden und hat von selber abgelassen.

7) Aus

Das Kommando „Aus“ ist für mich genauso wichtig wie der sichere Rückruf! Wieso?! Giftköder! Man hört so oft, dass wider irgendwelche völlig hinrverbrannte Idioten Giftköder verteilt haben. Davon mal abgesehen, dass ich sowas absolut nicht verstehe und auch keine Ahnung habe, wieso Menschen zu sowas fähig sind, möchte ich Fall der Fälle vorbereitet sein!
Ein sicheres „Aus“ kann wirklich Leben retten! Hat der Hund etwas unangenehmes im Maul, oder möchte etwas fressen, was nicht für ihn bestimmt ist, oder hat sogar einen Giftköder gefunden, muss es möglich sein, dem Hund dies aus dem Maul herauszunehmen.
Das Kommando aus habe ich so trainiert, indem ich mit Ayko mit seinem geliebten Fußball gespielt habe. Wenn ich den Ball für mich haben wollte, habe ich ihm seine geliebte Leberwurst angeboten und als er von dem Ball abgelassen hat, habe ich laut „Aus“ gerufen und ihn mit der Leberwurst belohnt. Diesen Vorgang habe ich unzählige Male wiederholt ( und mache es heute noch). Als das Kommando mit dem Ball sicher funktioniert hat, habe ich mir andere Gegenstände, wie z.B. einen Zergel gesucht und dies dann damit versucht. Ganz zum Schluss habe ich das Kommando auch mit Futter aufgebaut. Ayko hat z.B. eine Kaustange von mir bekommen, er durfte kurz darauf kauen und dann wollte ich die Stange für mich haben. Also habe ich ihm wieder seine Leberwurst angeboten und laut „Aus“ gerufen. Auch solltet ihr dabei üben, dass ihr eurem Hund problemlos ins Maul fassen könnt!
Ich kann nur nochmal wiederholen- ein sicheres AUS kann LEBEN RETTEN!

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